Vortrag von Mario Parisi über die italienische Gestensprache

Jeder kann sich vorstellen oder hat es vielleicht selbst schon erlebt, wie Italiener beim Umgang mit anderen rege gestikulieren, um dem Gesagten mehr Nachdruck zu verleihen.
Als Außenstehender könnte man wohl meinen, sie würden nur wild herumfuchteln, doch am 21. Februar 2018 hatten die Italienischschüler des Platen-Gymnasiums während eines Vortrages von Mario Parisi, der sich freundlicherweise für uns Zeit nahm, das Vergnügen, zu erfahren, dass hinter der gestualitá der Italiener System und Methode steckt. „Für Italiener ist es kein Problem, sich ohne ein Wort zu unterhaltert“, brachte es der Referent auf den Punkt. Dass das reibungslos funktioniert, glaubten nur wenige. Signor Parisi ließ sich davon jedoch nicht beirren und verdeutlichte die Effektivität der gestualitá an einem Beispiel aus seiner eigenen Erfahrung als Reiseleiter:
Schaut man seinem Gegenüber streng in die Augen und schlägt dann die Hände in L-Haltung mehrere Male schnell ineinander, bedeutet das „Hau sofort ab!“. Italiener nehmen diese Geste äußerst ernst. Als sich zwei deutsche Touristinnen in einer von Herrn Parisis Reisegruppen darüber beschwerten, von Italienern mehrmals angesprochen worden zu sein, gab ihnen unser Gast den Rat, diese Geste zu verwenden, fügte aber hinzu, dass es sich hierbei nicht um einen Scherz handelt. „Die zwei haben diese Geste aber gegen jeden Mann in der Stadt, der sich ihnen auch nur ‚auf Sichtweite‘ genähert hat, angewendet und waren dann sehr erstaunt, dass alle vor ihnen davonliefen“
Die italienische Gestensprache umfasst vorrangig feste Wendungen, die im Alltag häufig gebraucht werden. Streicht man sich mit dem abgespreizten Daumen über die Wange, bedeutet dies, wenn man z.B. gerade über eine Person redet, dass diese freundlich ist. Zieht man sich den Zeigefinger in moderatem Tempo über die Stirn und schaut sein Gegenüber energisch an, könnte man das mit „Steht hier etwa Idiot?! wiedergeben. Hält man die Hände flach aufeinander, als ob man klatschen wollte, schwingt sie dann vor dem Oberkörper auf und ab, so ist das die Geste für das klassische „Ma che ci posso fare?“. Doch das ist nur die Spitze des Eisberges und alle Gesten, die uns Mario Parisi mit auf den Weg gegeben hat, aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.
Unterm Strich können wir sagen, dass uns dieser Vortrag einen neuen Blickwinkel auf die Kommunikation als Ganzes gegeben hat. Und für die unter uns, die noch ihren Italienaustausch vor sich haben, werden Parisis Ratschläge sicherlich nützlich sein. Deswegen bedanken wir uns an dieser Stelle noch einmal stellvertretend für alle Italienischschüler des Platen-Gymnasiums für sein Kommen und würden uns freuen, wenn auch nachfolgende Jahrgänge solche oder ähnliche,junterrichtsbegleitendrt4 Vorträge genießen dürften.

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